Tarte Marmelade – Crostata

Fruchtige Tarte mit selbstgemachter Marmelade, Gitter aus Mürbeteig und Puderzucker, angeschnitten im Vordergrund
Fruchtige Tarte mit selbstgemachter Marmelade, Gitter aus Mürbeteig und Puderzucker, angeschnitten im Vordergrund

Ob im Frühling bzw. Sommer zum Kaffee auf der Terrasse oder Garten, im Herbst als gemütlicher Begleiter zum Tee oder im Winter zum Glühwein – diese Tarte mit Marmelade passt einfach immer. Sie schmeckt lauwarm genauso gut wie vollständig ausgekühlt. Sie lässt sich auch wunderbar vorbereiten. Mit einem Klecks Schlagsahne oder einer Kugel Eis serviert, ist sie ein Genuss.

Diese Tarte habe ich aus Italien mitgebracht. Italien ist ein Land voller Kontraste, sanfte Hügel, duftende Pinienwälder und kleine Dörfer, in den die Zeit langsamer zu laufen scheint.

Crostata – ein süßes Stück italienische Kultur

Die Crostata gehört zu den ältesten und gleichzeitig bodenständigsten Gebäcken Italiens. Sie ist kein Festtagsdessert, sondern ein Gebäck bzw. Kuchen, der nach Zuhause schmeckt – nach Familienküche, Tradition und nach gemütlichem Beisammensitzen an Sonntagsnachmittagen. Ihre Wurzeln reichen weit zurück, und wie so oft in der italienischen Küche ist ihre Geschichte eng mit egionalen Zutaten und Einfachheit verbunden. Die erste Crostate enstand vermutlich bereits im Mittelalter. Damals war der Mürbeteig noch einfacher: Mehl, Schmalz oder Butter sowie etwas Zucker. Was die Crostata besonders machte, war die füllung: selbstgekochte Marmelade, oft aus Früchten, die im eigenen Garten wuchsen.

Aprikosen, Pflaumen; Feigen oder Trauben – jede Region hatte ihre eigenen Varianten. Die Crostata war damit ein Kuchen, der die Jahreszeiten widerspiegelte und gleichzeitig eine Mittel war, Früchte aufzubrauchen.

Tarte mit Marmelade – ein mitgebrachtes Urlaubsrezept

Manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die uns aus dem Urlaub begleiten, sondern auch die kleinen Köstlichkeiten. Genau so ging es mir mit dieser Tarte, die ich in meinem Urlaub in Italien zum ersten Mal probiert hatte. Mich hat die Schlichtheit, die Fruchtigkeit und der Geschmack fasziniert. Ich wusste sofort, dass ich dieses Rezept unbedingt zu Hause nachbacken werde. Die kroatische Küche ist geprägt von einfachen und dennoch köstlichen hausgemachten Gebäck. Diese Tarte ist ein perfektes Beispiel dafür: ein zarter Mürbeteig, gefüllt mit aromatischer Marmelade, oft aus Aprikosen oder Waldbeeren. Was mich sofort begeistert hat, ist ihre Unkompliziertheit. Kein großes Schnickschnack, keine überflüssigen Zutaten – nur ein Teig, der beim Schneiden knuspert und eine Füllung, die beim Backen ihren Duft im ganzen Haus verteilt. 

Hausgemachte Marmeladentarte mit goldbraunem Gitter, angerichtet auf weißem Tortenteller

Zuhause nachgebacken – Zutaten ein wenig verändert

Zurück in Deutschland habe ich die Tarte nachgebacken. Und wie es bei vielen Urlaubsrezepten ist, entsteht beim Nachbacken meist eine eigene Version. Ich experimentiere meist, es sollte dem Gebäck aus Kroatien ähneln. Da ich die Zutaten die wusste, ich aber einen buttrigen Mürbeteig geschmeckt habe, wusste ich, was zu tun ist. Der Teig ist die Seele der Tarte. Er sollte beim Schneiden nicht zerbrechen, aber dennoch mürbe sein. Ein guter Mürbeteig braucht nicht viele Zutaten – Butter, Zucker, Ei und Mehl reichen da völlig aus. Entscheidend ist aber die richtige Balance: nicht zu weich, nicht zu trocken, und vor allem nicht zu lange kneten. 

Marmelade selbst machen

Die Tarte ist nur so gut wie ihre Füllung. Und selbstgemachte Marmelade ist einfach unschlagbar. Natürlich kannst du auch deine Lieblingsmarmelade aus dem Discounter nehmen.

Aber warum selbstgemacht:
– du bestimmst selbst die Süße
– du entscheidest über die Konsistenz
– du kannst deine Marmelade verfeinern wie zum Beispiel Vanille, Zitrone, Rosmarien, Zimt …
– du weißt genau, was drin ist

Welche Früchte eignen sich am besten?

Für diese Tarte empfehle ich folgende Fruchtrichtungen:

– Aprikosen, wenn du es klassisch und mild möchtest
– Himbeeren oder Johannisbeeren für eine säuerliche Note – guter Kontrast zum süßen Teig
– Pflaumen wäre eine herbstliche Variante
– Feigen, wenn es nach Kroatien schmecken soll oder
– Erdbeeren, wenn du es fruchtigt und süß mögst – diese Variante ist sehr beliebt bei Kindern

Hier einige Tipps für deine perfekte Marmelade

Wenn du die Marmelade selbst kochen möchtest, dann verwende stets reife und armoatische Früchte. Du kannst zwar die Süße selbst bestimmen, jedoch solltest du den Zucker nicht zu stark reduzieren, sonst geliert es nicht. Ich gebe immer noch etwas Zitrone hinzu, damit es besser geliert und um noch etwas Frische hinein zu bekommen. Für dieses Tarte Rezept sollte die Marmelade schön streichfest sein und nicht zu flüssig.
Ich habe im Garten sehr viele Obststräucher, daher habe ich Marmelade in den verschiedensten Richtungen an Vorrat. Meine Lieblingsmarmelade ist Johannisbeere. Beim Backen bildet sie einen sehr schönen Kontrast zum süßen Teig. Süß und säuerlich ist eine tolle Kombination. Was meint ihr?

Der Teig – die Basis für eine gute Tarte

Ein guter Mürbeteig ist die Grundlage für diese Tarte. Eigentlich ist er eher unkompliziert und braucht nur wenige Zutaten wie Mehl, Butter, Zucker. Ei und eine Prise Salz. Optional kann man auch noch Mandeln hinzu geben, damit der Teig eine zarte, leicht nussige Note bekommt.

Tipps für den perfekten Mürbeteig


– Butter kalt verarbeiten
– Teig nicht zu lange kneten
– Teig sollte mind. 30 min gekühlt werden
– beim Ausrollen wenig Mehl verwenden, am besten rollst du ihn zwischen Backpapier und Frischhaltefolie aus (damit das Backpapier dabei nicht hin und her rutscht, lege einfach ein Geschirrtuch unters Backpapier)
– Teig gleichmäßig dick ausrollen

Gittermuster – so einfach wird´s gemacht

Das Muster (Gittermuster) macht diese Tarte besonders. Kompliziert ist es nicht, du solltest diese Schritte befolgen, um ein schönes Ergebnis zu erhalten:

– Teig in gleichmäßige Streifen schneiden, das geht am besten mit dem Pizzaschneider
– Streifen leicht abkühlen
– zwei Streifen waagerecht legen, einen senkrecht darüber
– die waagerechten Streifen abwechselnd anheben, dann die nächsten Streifen legen
– so weiter verfahren bis ein geflochtenes Muster entstanden ist
– die Ränder sauber abschneiden

Tricks für ein schönes Ergebnis
– Teigstreifen nicht zu dünn schneiden
– gleichmäßige Abstände halten
– Streifen vor dem Flechten kurz kühlen
– beim Flechten nicht zu fest drücken

Fruchtige Tarte mit selbstgemachter Marmelade, Gitter aus Mürbeteig und Puderzucker, angeschnitten im Vordergrund

Und so einfach ist die Zubereitung

Diese Tarte vereint alles, was ich an traditionellen Rezepten liebe: einen zarten Mürbeteig, eine fruchtige Füllung und eine einfache und dennoch schöne Deko in Form eines Gitters. Sie ist umkompliziert, aber dennoch beeindruckend – perfekt für deine Gäste, zum Sonntagskaffee oder einfach für einen Moment Urlaub auf dem Kuchenteller.

Die Tarte besteht aus zwei Komponenten, den Mürbeteig und die Fruchtfüllung. Für den Mürbeteig werden die trockenen Zutaten in einer Schüssel gemischt, danach gibt man die kalten Butterwürfel dazu und arbeitet sie mit den Fingerspitzen oder einem Teigmischer ein, bis der Teig krümelig ist. Nun kommt noch das Ei hinzu und knetet den Teig zügig zu einem glatten Teig – aber nicht zu lange, damit der Teig auch zart bleibt. In Frischhaltefolie eingewickelt (Teig etwas flach drücken) kommt er für mindestens ca. 30 min in den Kühlschrank.

Marmelade vorbereiten

Überprüfe, ob deine Marmelade streichfest ist. Sollte sie zu fest sein, erwärme sie kurz ein wenig. Falls sie zu süß ist, gib etwas Zitronensaft hinzu. Mehr brauchst du für die fruchtige Füllung nicht beachten.

Fertigstellen der Tarte

Fette deine Tarteform (26 cm) leicht ein. Zwei Drittel des Teiges rollst du aus und legst ihn dann in deine Form ein, drückst sie leicht anund schneidest die überstehenden Ränder ab. Nun verteilst du die Marmelade gleichmäßig auf den Boden. Die Schicht sollte nicht zu dünn aber auch nicht zu dick sein. Nun wird der restliche Teig für das Gittermuster ausgerollt. Dann in gleichmäßige Streifen (ca 1 bis 1,5 cm) schneiden. Streifen kurz kühlen, damit sie auch stabil bleiben. Zwei Streifen werden waagerecht auf die Tarte gelegt, ein Streifen senkrecht darüber. Die waagerechten Streifen abwechselnd anheben und den nächsten senkrechten Streifen einflechten. So fortfahren, bis ein Gittermuster entsteht. Die Ränder werden sauber abgeschnitten und leicht angedrückt.

Tipp: Das Muster kann ruhig etwas gewölbt sein – das wirkt eleganter.

Nun noch backen und servieren. Diese Tarte kann man lauwarm oder vollständig gekühlt genießen. Du kannst sie mit Puderzucker bestäuben oder mit ein paar Mandaneln dekorieren.

Selbstgebackene Crostata mit Puderzucker und Gitterdekor, ein Stück im Vordergrund, im Hintergrund Tarte auf weißem Tortenteller mit zwei Kuchengabeln

Crostata – ein Kuchen für jeden Anlass

Die Marmeladen- Tarte ist ein Kuchen, der in Italien immer passt. Zum Frühstück, zum Nachmittagskaffee, als Mitbringsel oder für sponane Besuche, dieser Kuchen kommt immer gut an. Auch bei Kindern ist er sehr beliebt. Ich backe ihn häufiger und mit verschiedenen Marmeladen. Er ist so schnell gemacht und ideal für alle, die Backanfänger sind und für die jenigen, die gerne was backen möchten, aber wenig Zeit haben.

Die Crostata lässt sich perfekt anpassen und ist einfach und schnell zubereitet und dennoch ein Hingucker auf der Kaffeetafel.

Jetzt noch eure Fragen und meine Antworten zur Tarte mit Marmelade

Wie lange hält sich die Tarte?

Gut verpackt hält sich die Tarte ca eine Woche im Kühlschrank, bei Raumtemperatur ca 4 Tage. Lagerst du sie im Kühlschrank, sollte sie vor dem Servieren kurz auf Raumtemperatur kommen, damit der Teig wieder zart wird.
Du kannst die Tarte aber auch bis zu 3 Monaten einfrieren, Zum Auftauen einfach bei Raumtemperatur stehen lassen. Das Gitter bleibt stabil und die Marmelade behält ihr Konsistenz.

Welche Marmelade eignet sich am besten?

Grundsätzlich eignet sich jede, die streichfest ist. Besonders gut schmecken meiner Meinung nach:
– Aprikose, Himbeere, Johannisbeer, Sauerkirsche, Pflaume

Flüssige Marmeladen solltest du vorher etwas einkochen.

Kann ich auch gekaufte Marmelade verwenden?

Natürlich, selbstgemachte Marmelade schmeckt intensiver, aber gekaufte hochwertige gekaufte Sorten funktionieren genauso gut. Achte nur darauf, dass sie nicht zu flüssig sind.

Kann ich die Tarte Crostata auch ohne Gitter backen?

Ja, dass geht auch. Du kannst, den Teig als Deckel ausrollen und mit Ausstechern verzieren oder nur mit ein paar Streifen belegen. Auch kannst du die Tarte offen backen (ohne Gitter). Das Rezept bleibt gleich.

Kann ich die Tarte glutenfrei oder vegan backen?

Ja, beide Varianten funktionieren:
Glutenfrei: glutenfreies Mehl + 1 TL Flohsamenschalen
Vegan: Margarine statt Butter, Apfelmus statt Ei

Die Konsistenz wird etwas anders, aber bestimmt auch sehr lecker.

Und jetz bin ich neugierig: Hast du sie schon nachgebacken?
Erzähle mir gerne in den Kommentaren, welche Marmelade du verwendet hast und wie sie dir gelungen ist. Ich freue mich immer riesig über ein Feedback und ein paar Sternen.

ruchtige Tarte mit selbstgemachter Marmelade, Gitter aus Mürbeteig und Puderzucker, angeschnitten im Vordergrund und zwei Kuchengabeln im Hintergrund

Tarte mit Marmelade – Crostata

Simone
Eine zarte Mürbeteig Tarte wird mit Marmelade gefüllt und mit einem Gittermuster aus Teigstreifen belegt. Goldbraun gebacken, fruchtig, klassisch und ideal für jeden süßen Moment.
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 30 Minuten
Gericht Backen, Gebäck, kaffeegebäck, Kuchen
Küche Europäisch, Familienküche, Hausmannskost, Italienisch, Mediterran
Portionen 12 Sück
Kalorien 320 kcal

Kochutensilien

  • 1 Tarteform 26 cm
  • Schüssel
  • Küchenwaage

Zutaten
  

Mürbeteig

  • 270 g Mehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 100 g Mandeln gemahlen
  • 90 g Zucker
  • 1 Pck Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 170 g Butter kalt
  • 2 Eier

fruchtige Füllung

  • 400 g Marmelade
  • etwas Zimt

Anleitungen
 

Mürbeteig

  • Alle trockenen Zutaten mischen. Kalte Butterwürfel hinzufügen und mit den Fingerspitzen zu Streuseln verreiben. 1 Ei und 1 Eigelb einarbeiten und zügig zu einer glatten Kugel formen. Flach drücken und in Frischhaltefolie eingewickelt mindestens 30 min kühlen.
    270 g Mehl, 1/2 TL Backpulver, 100 g Mandeln gemahlen, 90 g Zucker, 1 Pck Vanillezucker, 1 Prise Salz, 170 g Butter kalt, 2 Eier

Füllung

  • Marmelade mit etwas Zimt glatt rühren. Für die Tarte sollte sie streichfest sein, nicht zu flüssig.
    400 g Marmelade, etwas Zimt

Tarteboden vorbereiten

  • Backofen auf 170 ℃ Ober-/Unterhitze vorheizen.
    Tarteform einfetten. Zwei Drittel des Teiges ausrollen und in die Form legen. Boden mit der Gabel mehrfach einstechen.

Füllen

  • Marmelade gleichmäßig auf den Boden verteilen.

Gittermuster flechten

  • Restlichen Teig ausrollen und in Streifen schneiden (1-1,5cm). Streifen kurz kühlen, damit sie stabil bleiben.
    Gittermuster flechten: waagerechte und senkrechte Streifen abwechselnd über- und untereinander legen. Oder ganz einfach erst die waagerechten Streifen legen und die senkrechten darüber legen.
    Ränder sauber abschneiden und leicht andrücken.

Backen

  • Tarte ca. 40 min backen.
    Vollständig abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Notizen

Hausgemachte Marmeladentarte mit goldbraunem Gitter, angerichtet auf weißem TortentellerSelbstgebackene Crostata mit Puderzucker und Gitterdekor, ein Stück im Vordergrund, im Hintergrund Tarte auf weißem Tortenteller mit zwei Kuchengabeln
Keyword Crostata, Italiensches Gebäck, Marmeladentarte, Mürbeteigrezept, Sommerrezept, Tarte mit Marmelade, Traditionelle Rezepte

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