Saftiger Mohnstriezel wie vom Bäcker

Saftiger Mohnstriezel vom Blech, in Stücke geschnitten, mit dicker Mohnfüllung und knusprigen Streuseln, mit Tellern und Kuchengabeln im Hintergrund

Es gibt Tage, an denen man einfach wieder was Fluffiges backen will. Und was gibt es Fluffigeres als Hefeteig. Wenn er schön aufgeht und man beim Kneten schon spürt, dass er dir gelungen ist und sich schon auf das Resultat freut. man wieder etwas mit den Händen machen möchte. 

Meine Familie liebt aber auch alles mit Mohn und vor allem knusprige Butterstreusel. In meinem Rezept für Mohnstriezel habe ich alles kombiniert. Einerseits ist er schön weich und dennoch durch den Mohn saftig und dann noch crunchig. Klingt doch fantastisch oder?

Mohnstriezel – Rezept wie bei Oma

Ein Mohnstriezel ist ein süßes Hefegebäck, das bei uns in Sachsen vor allem sehr beliebt ist, neben der Eierschecke. Viele kennen ihn noch von früher, wenn die Oma am Wochenende gebacken hat und das ganze Haus nach süßer Hefe und Butter geduftet hat. Der Striezel besteht aus einem weichen Hefeteig, der ausgerollt und mit einer dicken Mohnfüllung bestrichen wird. Danach wird er aufgerollt, manche flechten ihn, und dann wird er goldbraun gebacken.

Der Geschmack ist leicht süß, saftig und durch den Mohn sehr aromatisch. Besonders lecker ist er, wenn man ihn, nachdem er seinen Zuckerguss erhalten ist, frisch mit einer guten Tasse Kaffee oder Tee isst. Viele mögen ihn auch mit einem Klecks Schlagsahne.

Zutaten, die man für den Mohnstriezel braucht

Für den Teig nimmt man meistens Mehl, Milch, Butter, Zucker und Hefe. Das sind ganz normale Zutaten, die man fast immer zu Hause hat. Die Mohnfüllung besteht aus gemahlenem Mohn, Milch, Zucker und Puddingpulver bzw. Stärke. Manche geben noch Rosinen, Mandeln oder Zitronenschale dazu, aber das ist Geschmackssache.
Da ich im Haus nicht mehr so viel gemahlenen Mohn hatte, aber dafür noch , habe ich beide kombiniert und es hat prima geklappt. Ich fand es sogar noch besser. Der Mohngeschmack war intensiver.
Um den Striezel noch etwas fruchtiger zu gestalten, kam noch Apfelmus hinzu. Und für die Mandelstreusel brauchst du nur Mehl, Zucker, Butter und Mandelblättchen.

hausgemachter Mohnstriezel wie bei Oma mit Mohnfüllung und Streuseltopping, serviert auf einem Kuchenteller

So wird der Mohnstriezel gemacht

Zuerst wird der Hefeteig vorbereitet. Ich mache meist einen Vorteig, dann sehe ich, dass der Teig auch geht. Für den Vorteig löst man die Hefe in 100 ml lauwarmer Milch auf und mischt die flüssige Butter und den Zucker unter. In einer nicht zu kalten Schüssel gibst du das Mehl, machst eine Mulde und gibst diese Mischung hinein. Mit etwas Mehl vom Rand bedenken. Zugedekct 15 min an einem waremn Ort ruhen lassen. Dann wir die restliche Milch, Orangenabrieb (wer möchte) und das Salz hinzugegeben und dann gründlich geknetet. Der Teig muss dann eine Weile gehen, damit er schön locker wird. In der Zeit kann man die Mohnfüllung kochen. Sie wird kurz aufgekocht und dann abgekühlt.

Wenn der Teig fertig gegangen ist, rollt man ihn aus, streicht die Mohnmasse darauf, verteilt den Apfelmuss und rollt alles wieder zusammen. Manche schneiden die Rolle längs durch und drehen die beiden Stränge umeinander, damit es hübscher aussieht. Aber dies habe ich bisher nicht versucht, ich denke auch, dass es schwierig ist durch die Mohnfüllung.

Danach kommt der Striezel auf ein Blech und muss noch einmal ruhen, bevor er in den Ofen kommt.

Tipp: Ich habe den Teig auf Backpapier ausgerollt, gefüllt und gerollt und dann mit dem Backpapier aufs Backblech gezogen.

Wenn die Rolle auf dem Blech gelandet ist wird er mit Wasser bepinselt, damit die Streusel besser haften.

Da der Striezel in die Breite geht, kannst du ihn auch in einer Kastenform backen, dann wird er höher. Bei uns in Sachsen muss er breit sein. Ich kenne ihn nur so.

Wie haften Streusel am besten auf dem Mohnstriezel?

Es gibt viele Möglichkeiten, damit deine Streusel auf dem Kuchen gut haften. Eine Möglichkeit wäre mit Milch oder Wasser bestreichen, das ist eine einfache Methode. Einfach den ungebackenen Striezel dünn mit Milch bepinseln und dann die Streusel darauf verteilen.  Die Milch sorgt dafür, dass die Streusel beim Backen leicht „ankleben“. Eine weitere und bekannte ist die mit verquirltem Ei bestreichen. Das ist im Normalfall die sicherste Methode, wenn du möchtest, dass wirklich kein Streusel abfällt. Ein Ei verquirlen und den Striezel damit bestreichen. Ei wirkt wie natürlicher Kleber und gibt zusätzlich eine schöne Farbe. Diese Methode ist bei Hefeteig besonders beliebt.

Aber du kannst deinen Striezel auch mit etwas Butter bestreichen. Wenn du keinen Glanz möchtest, kannst du den Striezel auch mit geschmolzener Butter einpinseln. Die Streusel haften gut und bekommen beim Backen eine schöne Verbindung zum Teig.

Nachdem du den Striezel eingepinselt hast, drücke die Streusel leicht an.

Egal welche Methode du nutzt:  Die Streusel sanft mit der Hand oder einem Löffel andrücken.  Aber nicht zu fest – nur so, dass sie Kontakt zum Teig bekommen.

Beachte, dass der Teig nicht zu trocken wird. Wenn der Teig an der Oberfläche schon zu trocken ist (z. B. durch lange Gehzeit ohne Abdeckung), haften deine Streusel schlechter.  Ist dies der Fall, dann hilft es, die Oberfläche leicht mit Wasser besprühen oder dünn mit Milch/Butter bepinseln.

Extra‑Tipp für Mohnstriezel

Da dein Striezel eine Mohnfüllung unter der Oberfläche hat, ist die Teigschicht manchmal dünner. Damit die Streusel trotzdem gut halten, solltest du den Striezel nicht zu stark bemehlen beim Formen, die Oberfläche immer leicht feucht halten und die Streusel direkt vor dem Backen aufbringen.

Lagerung und Aufbewahrung des Mohnstriezel

Du kannst den Mohnstriezel abgedeckt im Kühlschrank ca 1 Woche aufbewahren. Du kannst ihn aber auch einfrieren. Verpacke ihn dazu einfach in einem Plastikbeutel und verschließe ihn sorgfältig. Im Gefrierschrank ist der frisch gebackene Mohnstriezel bis zu einem Monat haltbar. Am besten schneidest du ihn ihn sogar vorher schon in Scheiben, dann kannst du ihn portionsweise herausnehmen.

Stücke eines goldbraunen Mohnstriezels mit Streuseln auf einem Kuchenteller angerichtet

Woher kommt der Mohnstriezel her

Der Mohnstriezel stammt aus Regionen, in denen Mohn schon seit Jahrhunderten angebaut und verwendet wurde. Das sind vor allem Sachsen, Böhmen, Schlesien und das Erzgebirge. Dort gehörte Mohn zu den wichtigsten Zutaten in der bäuerlichen Küche, weil er:

– gut lagerbar war  
– günstig war  
– viel Energie lieferte  
– und sich vielseitig verarbeiten ließ  

So entstanden viele traditionelle Mohnspeisen wie Mohnklöße, Mohnpielen, Mohnkuchen oder eben auch diesen leckeren Mohnstriezel.

In Sachsen war der Striezel schon früher ein festlicher Kuchen. Das Wort „Striezel“ bezeichnete man ursprünglich ein längliches, geflochtenes Gebäck. Ein bekannter Vertreter ist der Dresdner Stollen. Dieser wurde früher sogar „Striezel“ genannt. Der Mohnstriezel war dagegen der „Alltags‑Striezel“, da er weniger prunkvoll, aber genauso beliebt war. Er wurde meist zu Familienfeiern, Weihnachten, zur Erntezeit oder zum Sonntagskaffe gebacken. Viele verbinden ihn mit Kindheitserinnerungen, weil er oft von Omas und Müttern gebacken wurde, so auch bei mir.

Regionale Varianten

Je nach Gegend gibt es kleine Unterschiede beim Striezel:

– In Sachsen: ist es ein klassischer Hefestriezel, der oft gerollt oder geflochten wird.
– Im Erzgebirge: bekommt der Striezel eine kräftige Mohnfüllung, manchmal mit Rosinen oder Rum.
– In Böhmen dagegen hat der Striezel eine sehr feine Mohnmasse, oft mit Butter und Honig.
– Und dann in Schlesien ist der Striezel manchmal mit Streuseln oder Zuckerguss.

Trotz der Unterschiede bleibt die Hauptzutat immer gleich: ein weicher Hefeteig und eine aromatische Mohnfüllung.

Der Mohnstriezel gehört zu den Gebäcken, die man einfach gern hat. Er ist unkompliziert, schmeckt herrlich saftig und erinnert viele an gemütliche Nachmittage bei der Familie. Die Kombination aus weichem Hefeteig und aromatischer Mohnfüllung macht ihn zu einem echten Klassiker, der nie aus der Mode kommt. Ob zum Sonntagskaffee, zu Feiertagen oder einfach zwischendurch – ein frisch gebackener Mohnstriezel passt immer. Wer ihn einmal selbst gemacht hat, merkt schnell, wie viel Freude in so einem einfachen, traditionellen Rezept steckt. Genau das macht ihn so besonders und zeitlos.

Eure Fragen und meine Antworten

Muss die Milch warm sein?
Die Milch sollte lauwarm sein, also angenehm warm, aber nicht heiß. Wenn sie zu heiß ist, kann die Hefe kaputtgehen und der Teig geht nicht auf.

Warum muss der Hefeteig so lange gehen?
Der Teig braucht Zeit, damit die Hefe arbeiten kann. Dadurch wird der Striezel später locker und weich. Wenn man die Gehzeit verkürzt, wird er eher kompakt und nicht so fluffig.

Wie dick sollte ich den Teig ausrollen?
Am besten ungefähr 1 cm dick. So lässt er sich gut rollen und die Mohnfüllung verteilt sich gleichmäßig.

Meine Mohnfüllung ist zu flüssig – was kann ich tun?
Einfach 1–2 Esslöffel Grieß einrühren und kurz quellen lassen. Dadurch wird die Masse fester und läuft später nicht aus.

Kann ich Rosinen oder Nüsse in die Füllung geben?
Ja, das passt sehr gut. Rosinen, gehackte Mandeln oder etwas Zitronenschale machen die Füllung noch aromatischer. Ich backe ihn aber am liebsten ohne Rosinen, aber das ist Geschmackssache.

Wie verhindere ich, dass der Striezel beim Backen aufreißt?
Es hilft, wenn du ihn vor dem Backen leicht einschneidest oder mit etwas Milch bestreichst. Außerdem sollte die Füllung komplett abgekühlt sein.

Wie lange muss der Mohnstriezel backen?
Meistens 50 bis 60 Minuten bei 180 °C. Er ist fertig, wenn er oben goldbraun ist und sich fest anfühlt, wenn man leicht darauf drückt.

Kann ich den Striezel auch in einer Kastenform backen?
Ja, das klappt sehr gut. In der Form bleibt er besonders saftig und bekommt eine schöne gleichmäßige Form.

Wie bewahre ich den Mohnstriezel am besten auf?
Am besten in Butterbrot- oder Backpapier einwickeln und in eine Dose legen. So bleibt er 2–3 Tage frisch. Er lässt sich auch gut einfrieren.

Kann ich den Striezel schon am Vortag vorbereiten?
Ja. Du kannst den fertigen Striezel backen und am nächsten Tag servieren. Du solltest ihn aber gut einpacken.

Kann ich statt frischer Hefe auch Trockenhefe nehmen?
Ja, das geht problemlos. Ein Würfel frische Hefe (42 g) entspricht etwa einem Päckchen Trockenhefe. Der Teig geht damit genauso gut auf, braucht aber manchmal ein paar Minuten länger.

Wenn dir der Mohnstriezel geschmeckt hat, freue ich mich sehr über dein Feedback. Schreib mir gern in die Kommentare, wie dir das Rezept gelungen ist, ob du etwas eventuell verändert hast oder welche Variante dir am besten schmeckt. Vielen Dank fürs Nachbacken!

hausgemachter Mohnstriezel wie bei Oma mit Mohnfüllung und Streuseltopping, serviert auf einem Kuchenteller

Mohnstriezel – saftiger Hefestriezel mit saftiger Mohnfüllung

Simone
Ein klassischer Mohnstriezel, wie man ihn noch von früher kennt: weicher Hefeteig, saftige Mohnfüllung und knusprige Streisel. Das Rezept ist einfach gemacht und gelingt auch Anfängern.
Vorbereitungszeit 25 Minuten
1,5 h 45 Minuten
Gesamtzeit 2 Stunden 30 Minuten
Gericht Hefeteig, Kuchen, Sächsische Küche
Küche Deutsch, Familienküche
Portionen 16 Scheiben
Kalorien 300 kcal

Kochutensilien

  • 1 Backblech
  • 1 große Rührschüssel
  • 1 Schneebesen
  • 1 Küchenwaage
  • 1 Nudelholz
  • 1 Pinsel zum Bestreichen

Zutaten
  

Hefeteig

  • 500 g Mehl
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 260 ml warme Milch
  • 60 g Butter
  • 40 g Zucker
  • 1 Pck Vanillezucker
  • 1 TL Orangenabrieb (optional)
  • 1 Prise Salz

Mohnfüllung

  • 250 g Mohnfüllung extra fein
  • 100 g gemahlenen Mohn
  • 600 ml Milch
  • 80 g Zucker
  • 1 Pck Puddingpulver Vanille

Streusel

  • 150 g Mehl
  • 120 g Mandelblättchen
  • 90 g Zucker
  • 1 Pck Vanillezucker
  • 150 g weiche Butter

weitere Zutaten

  • 250 g Apfelmuss
  • Puderzucker und Zitronensaft

Anleitungen
 

Hefeteig zubereiten

  • Milch, Butter und Zucker erwärmen, nicht zu warm, so dass es noch lauwarm ist. Das Mehl in eine warme Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefe in kleinen Stückchen in ca 100 ml Milch-Butter-Zuckermischung hineingeben und darin auflösen. In die Mulde geben und mit etwas Mehl vom Rand zudecken und leicht einrühren. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 15 min stehen lassen. Dann die restlichen Zutaten zugeben und den Teig in der Küchenmaschine ca. 8 bis 10 min kneten. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort ca 1 Stunde gehen lassen.
    500 g Mehl, 1 Würfel frische Hefe, 260 ml warme Milch, 60 g Butter, 40 g Zucker, 1 Pck Vanillezucker, 1 TL Orangenabrieb (optional), 1 Prise Salz

Mohnfüllung

  • Von der Milch 100 ml in eine Tasse geben und die restliche Milch in einen Topf geben, den gemahlenen Mohn zugeben und ohne Rühren bei geringer Wärmezufuhr ca. 10 min ziehen lassen. in restliche Milch Puddingpulver und Zucker glatt rühren. Nun die Mohnfüllung extra fein zum Mohn geben, verrühren und die Masse unter ständigen Rühren erhitzen. Das aufgelöste Puddingpulver hinzugeben und unter ständigen Rühren kurz aufkochen lassen. Zugedeckt abkühlen lassen.
    250 g Mohnfüllung extra fein, 100 g gemahlenen Mohn, 600 ml Milch, 80 g Zucker, 1 Pck Puddingpulver Vanille

Streusel

  • Alle Zutaten mit der Küchenmaschine oder mit der Hand zu Streusel verkneten und dann kühl stellen.
    150 g Mehl, 120 g Mandelblättchen, 90 g Zucker, 1 Pck Vanillezucker, 150 g weiche Butter

Zubereitung des Mohnstriezels

  • Hefeteig nach dem Gehen noch einmal kurz durchkneten. Auf Backpapier ca 30 bis 40 cm groß ausrollen. Die Mohnmasse kurz durchrühren und darauf gleichmäßig verteilen, am Rand ca 1 cm frei lassen. Den Apfelmuss mit einem Esslöffel Kleckse auf der Mohnmasse machen. Die Seiten des Hefeteigs einschlagen und dann von der kurzen Seite her aufrollen bis ca, dreiviertel weit, dann die andere Seite her etwas gerollt darüber klappen. Den Striezel mit dem Backpapier aufs Backblech ziehen. Nochmals 15 min zugedeckt gehen lassen.
    250 g Apfelmuss
  • Den Striezel mit Wasser bepinseln und die Streusel darauf verteilen, etwas andrücken. Weitere 15 min gehen lassen.
    Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
    Ca. 50 bis 60 min backen. Abkühlen lassen und mit Zuckerguss aus Puderzucker, Zitronensaft verzieren.
    Puderzucker und Zitronensaft
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